
Zwischen der Gallusstraße, unterhalb des St. Gallensteinweges und des Gallusstifts befand sich einst die St. Gallensteinkirche, welche bei einer Felsenhöhle erbaut wurde. Es gibt Hinweise, dass auf diesem vorgeschobenen Felsrücken unterhalb des Gebhardsberges die klösterliche Siedlung von Kolumban und seinen Begleitern gewesen sein soll.
Andere Quellen bezeichnen diesen Ort als die Stätte, wo sich Gallus zum Gebet zurückgezogen hätte. Dort soll es auf einer Felsplatte einen Abdruck in Form eines Menschen gegeben haben, die man der Ruhestätte des hl. Gallus zuschreibt. Leute hätten sich dann an dieser Stelle mit Fieber hingelegt und um die Fürsprache des Heiligen gebetet.
Ab ca. 1600 wurde eine alte Kapelle über dieser Felsenhöhle zu einer stattlichen Kirche ausgebaut, welche sich zu einem Wallfahrtsort zur Gallusverehrung entwickelte. Mit der Josefinischen Reform wurde die Kirche dann 1788 gesperrt – und 1808 abgebrochen. Bis zum Neubau der Häuser in der Fluherstraße stand auf dem Hügel eine Statue des Hl. Gallus. Heute erinnert – ein wenig versteckt hinter der Hecke – ein kleines „irisches“ Kreuz mit der verwitterten Inschrift „St. Gallus – bitte für uns“ an diesen Gedenkort.
Hartmut Vogl