
Dieses Wegkreuz steht an einer besonderen Stelle; denn genau dort beginnt die Schloßbergstraße, die durch das Töbele herauf führt, vorbei an der Pfarrkirche, am Marienberg und am Gallusstift „Babenwohl“ hinauf zum Schloßberg – auch „Pfannenberg“ genannt – heute als „Gebhardsberg“ bekannt.
Dieses Kreuz steht wohl schon seit fast 400 Jahren an diesem Ort - quasi als Wegweiser für die vielen Gebhard-Wallfahrer. Im Jahr 1942 soll es „eines Nachts vom Sturm zerstört“ worden sein – eher wurde es von den Nazis geschändet. Das Gespräch mit Hubert Rast (98-jährig aus der Mesnerfamilie Rast - am Kirchplatz wohnend) ergab noch folgendes: „Mein Bruder Anton, ‚Tone‘, (Jg. 1927) musste mit 17 Jahren noch in den Krieg einrücken und kam bis nach Russland. Nach dem Zusammenbruch der Fronten hat er sich durchgeschlagen bis in die Steiermark zu Verwandten und dann bald wieder nach Hause.
Er war künstlerisch begabt und konnte manchmal in der Werkstätte des Schnitzers Franz Albertani (Krippe in der Pfarrkirche) arbeiten und auch lernen. Und so schnitzte Tone als 19-jähriger diesen Christus. Das Kreuz wurde wieder aufgestellt und am 15. September 1946 eingeweiht.“
Pfarrer i. R. Anton Bereuter