
Der fünfte Fastensonntag schenkt uns eine der zärtlichsten Szenen des Johannesevangeliums. In Joh 11 hören wir den leisen Ruf: „Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.“
Wie viel Sehnsucht, wie viel Vertrauen liegt in diesen wenigen Worten. Jesus, er lässt sich Zeit, doch seine Liebe bleibt wach, aufmerksam, unendlich behutsam. Als er bei Maria und Martha ankommt, trägt er ihre Tränen wie kostbare Perlen in seinem Herzen.
Martha, sie spricht ihr Glaubensbekenntnis mit einer Wärme, die noch bis heute leuchtet: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“
Und Jesus, er antwortet nicht mit Theorie, sondern mit Leben. Er ruft Lazarus heraus – sanft, aber bestimmt – und mit ihm ruft er auch uns heraus aus Müdigkeit, Zweifel und innerer Dunkelheit.
Möge dieser Sonntag uns spüren lassen, dass Gott uns nahe ist. Seine Liebe findet uns – mitten im Alltag – und schenkt unseren Tagen neuen Atem und neues Licht.
Einen behüteten, hoffnungsvollen Weg durch die Fastenzeit hin zur Auferstehung wünscht euch
euer Vikar Peter Moosbrugger.