
In der nächtlichen Feier hieß es, dass es ein gewaltiges Erdbeben gab und der Stein weggewälzt wurde. Die Wächter am Grab und die Frauen fürchteten sich sehr. Und gerade die zwei Frauen durften hören: „Fürchtet euch nicht! … Er ist von den Toten auferstanden … er geht auch voraus …“
Ruhiger und viel sanfter erzählt es der Evangelist Johannes am Ostersonntag: Der Stein war bereits weggenommen. Nach Petrus und Johannes blickte Maria in die Grabeshöhle.
Tränen flossen bei ihr mit dem Gedanken: Er ist weg. Wo ist mein Herr? Und da ereignete es sich. Maria von Magdala hörte ihren Namen. Da kamen ihr Gedanken und ließen Erlebtes lebendig werden. Es war vielleicht noch verhaltene Freude in ihr. Sie hörte das Wort des Auferstandenen: „Halte mich nicht fest!“ In ihrem Wollen war es das aber. Aber in ihrem Herzen geschah Verwandlung. Sie ließ sich auf das Neue ein.
Das ist für mich Ostern. Es bleibt nichts, wie es war; sozusagen bleibt kein Stein auf dem anderen. Es gibt auch Tränen, die unseren Blick trüben. Es gibt Enttäuschung und Trauer. Jedoch gilt für uns alle, dass der Herr uns in unserer Dunkelheit und Not beim Namen nennt und sich darin Wandlung ereignen kann.
Ich wünsche Ihnen allen offene Ohren und Augen, dass sie hören und darin erkennen können:
Es ist Jesus, der Auferstandene. Und es mögen manche Steine Ihres Lebens weg gewälzt werden.
Frohe und gesegnete österliche Tage wünscht
Moderator im Seelsorgeraum "Katholische Kirche in Bregenz“