
Evangelium Mt 17,1-9
Es ist gut, wenn man im Glauben auch manchmal ein „Gipfelerlebnis“ hat. Davon kann man zehren, wenn es fad, trocken, farblos dahingeht.
Die drei „Hauptjünger“ – Petrus, Jakobus, Johannes – haben auch so ein Gipfelerlebnis. Sie sehen Jesus von der schönsten Seite, in herrlichem Licht, in seiner Göttlichkeit. Sie werden bestärkt für den Weg, der vor ihnen liegt – hinunter ins Tal und dann wieder hinauf, nach Golgotha.
Gleichzeitig erfahren sie sehr Wichtiges über Jesus. Sie sehen an Jesu Seite Mose und Elia. Mose steht für das alte Gesetz (Thora): Wer alle Gebote befolgt, wird gerettet. Elia steht für den Gott, der seine Feinde vernichtet. 1000e Baalspriester ließ er im Namen Gottes vernichten, weil sie nicht ‚seinen‘ Gott verehrten.
Das lernen sie hier: Jesus ist der neue Mose und der neue Elias. Nicht das Gesetz erlöst den Menschen, sondern die in Freiheit getane Liebe. Nicht Gewalt erlöst die Welt, sondern Menschen, die Antwort geben auf die maßlose Liebe, die ihnen in Jesus begegnet.
Es gibt Momente, in denen alles in uns und um uns dunkel scheint: wenn wir uns die Sorgen um unsere Kinder machen, wenn wir kein Licht, vielleicht sogar keine Zukunft in unserer Beziehung zu einem Menschen mehr sehen, wenn uns vielleicht einmal sogar alles sinnlos und leer erscheint, wenn uns plötzlich ein Schicksal trifft, eine Krankheit zu Boden reißt, ein Unfall, usw.
Was, wer hilft uns in solchen Situationen?
Vielleicht eben die Erinnerung an Erfahrungen, wie sie die Jünger im heutigen Evangelium machen durften: die Erinnerung an Momente des Glücks, an Sternstunden unseres Lebens. Wir brauchen das Wissen um jemand, der mit uns auf dem Weg ist. Wir bedürfen in solchen Momenten der Begleitung guter Freundinnen und Freunde, eines tiefen Gesprächs, einer echten Begegnung... damit wir über den Berg kommen, damit sich auf einmal Dunkel lichtet und wir wieder klar, klarer sehen. Wir brauchen VerKLÄRung.
Die Tage der Fastenzeit laden uns ein, nach solchen Verklärungen, nach solchen Glückserfahrungen bewusst Ausschau zu halten: Einmal "auf der Wolke sitzen" und die Welt "von oben", d.h. aus einer anderen Perspektive sehen. Nicht immer nur in den Niederungen des Alltags arbeiten, sondern einmal aus der Distanz heraus auf die Welt, auf das eigene Leben, auf die Menschen, mit denen wir leben und die uns anvertraut sind, zu schauen.